Typisch Berliner – Die besonderen Deutschen




Berlin ist hipp, Berlin ist in. Wer einmal die Hauptstadt besucht hat, weiß, dass die Menschen in der Hauptstadt besonders lässig, verrückt und ziemlich eigen sind. Jutesackträger, Bierflaschenfanatiker, Öko-Mutti oder Currywurstesser – in Berlin leben die Deutschen der besonderen Art.

Der Kiez-Treue

Klischees über die Stadt und seine Bewohner gibt es viele. Die meisten davon stimmen sogar. Zum Beispiel, dass der echte Berliner in seinem Kiez lebt und darüber hinaus die Welt nicht kennt. Warum auch, hat doch jeder Kiez sein eigenes Flair. Im Prenzlauer Berg wohnen die Öko-Muttis, Partymenschen sind in Neukölln zu Hause und im Altbau-Kiez Friedenau wohnen gutbürgerliche Literaten, fernab von Späti-Sucht oder Fahrraddiebstahl. Wer in Berlin aufwächst, bleibt seiner Hood treu. Er wagt sich nur in andere Gegenden, wenn er wirklich muss.

Die Berliner Schnauze

Fragt ein Tourist den Berliner, wie er zum Zoo kommt, antwortet der schnodderige Schnauzer gerne mal mit: “Als Wat’n?!” Der dumpfe Umgangston der waschechten Berliner Schnauze klingt schroff und in fremden Ohren oft unhöflich. Dabei sagt der Berliner doch nur, was er denkt. Und dass dazu auch “icke”, “ditte” und “kieke mal” gehört, versteht sich natürlich von selbst. Obwohl knapp die Hälfte der Bewohner Berlins zugezogen ist, berlinern trotzdem 62 Prozent. Am stärksten ist der Dialekt in Pankow, Reinickendorf, Spandau, Lichtenberg-Hohenschönhausen und Marzahn-Hellersdorf vertreten. Und entgegen einzelner Prognosen, dass der Berliner Dialekt bald aussterbe, ist der Icke-Dialekt immer noch höchst lebendig.

Der Sich-nichts-sagen-Lasser

Berliner haben ihre eigene Meinung und die wird auch ganz klar vertreten. Beispielsweise beim Rauchverbot: Ob an U-Bahnstationen oder auf Spielplätzen – Glimmstängelverbote werden vom Rebellen einfach ignoriert. Ähnlich verhält es sich mit Cannabis. In Berlin-Kreuzberg ist das Kiffen mittlerweile so verbreitet, dass Touristenreiseführer den “Görli-Park” schon beinahe in ihr Repertoire aufnehmen. Kein Wunder, dass die Cannabis-Legalisierung Berlin beschäftigt – und das aktuell mehr denn je. Aber nicht nur beim Rauchen hat der Berliner Nichts-Sagen-Lasser seine eigene Meinung, sondern auch im Straßenverkehr. Obwohl das Ampelmännchen Kult ist, wird es vom Hauptstädter oft ignoriert. Ob bei Rot oder Grün, der Fußgänger bahnt sich immer seinen Weg. Auch bei Trends aus dem Internet ist das so. Nachmachen? Fehlanzeige! Wenn, dann setzt der Berliner die Trends selbst!

Hipster und Szene-Mensch

Jutebeutel, Nerdbrille, Stoffmütze und mit dem Fixie unterwegs. Berlin ist voller Hipster. Manche stehen dem extravaganten Szenebewusstsein spöttisch gegenüber, andere sehen darin die typische urbane Mittelschicht der Hauptstadt. Fakt ist: Sie tun keinem weh. Sie sorgen eher dafür, dass aus Altem wieder Mode wird, wie man am Beispiel Jutebeutel sieht. Je älter desto besser. Besonders beliebt sind die alten Stofffetzen aus den 90ern, bevorzugt mit dem Grünen Punkt bedruckt. Noch authentischer wirkt man mit dem obligatorischen Sterni-Bier in der Hand, das seit einiger Zeit auch gern durch Club Mate ersetzt wird.

Bildrechte: Flickr Crowd Espen Sundve CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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