Studieren will gelernt sein




Das Abitur in der Tasche, ein Jahr wahlweise in Australien, den USA oder einem anderen Land verbracht und danach auf ins Studentenleben. Jedes Jahr beginnen Tausende Erstsemester ihr Studium in Berlin. An HU, FU, TU und unzähligen kleineren stattlichen und privaten Hochschulen waren 2016 über 180.000 Studenten eingeschrieben. Die Studiengänge reichen von Ägyptologie bis zu Zeitgenössische Puppenspielkunst, sodass garantiert jeder sein Interessengebiet findet – erfolgreiche Immatrikulation vorausgesetzt, schließlich sind mittlerweile viele Studiengänge zulassungsbeschränkt. Ist man endlich an der Uni eingeschrieben, geht der Stress jedoch erst richtig los. BAföG, Studienorganisation, Wohnungs- bzw. Zimmersuche und die Beantragung einer Lohnsteuerkarte nebst Freibetrag sind nur einige Themen, die das Leben eines Erwachsenen merklich verkomplizieren.

Abiturienten wissen und können vieles – etwa Integrale berechnen, Goethe und Hesse analysieren und die Photosynthese erklären. Doch konfrontiert mit der schier undurchdringlichen Bürokratie am Studienort und den Formularen für Finanzamt, Einwohnermeldeamt und Schufa merken sie, dass ihnen das Alltagsleben eines Erwachsenen bisher niemand erklärt hat. Die folgenden Tipps geben eine erste Orientierung.

Das liebe Geld

Miete, diverse Studien- und Lebenshaltungskosten bereiten vielen jungen Leuten Kopfzerbrechen. Wer weder BAföG bekommt noch von seinen Eltern finanziell unterstützt wird, kommt um einen Job kaum herum. Ob Aushilfe im Kino, Kellner oder studentische Hilfskraft – in vielen Branchen sind studentische Mitarbeiter willkommen. Für Studentenjobs existieren verschiedene Beschäftigungsmodelle: Minijob auf 450-Euro-Basis, Anstellung als Werkstudent mit maximal 20 Stunden pro Woche oder freiberufliche Tätigkeit auf Honorarbasis. Jedes Modell hat seine Vor- und Nachteile. Gemeinsam ist ihnen, dass die Sozialversicherungssätze relativ niedrig sind. Studenten, die BAföG erhalten, dürfen allerdings maximal 406 Euro dazuverdienen; ein darüber hinausgehender Verdienst führt zu einer Verringerung des BAföG-Satzes. Wer an einer privaten Hochschule studiert und dafür Gebühren zahlen muss, kann den Studienkredit der KfW beantragen. Die Kreditsumme und die Rückzahlungskonditionen lassen sich weitgehend den individuellen Lebensumständen anpassen. Mehr Informationen über Studentenjobs gibt es auf dieser Seite.

Vorsorgen für die Zukunft

An die Zukunft denken – das ist für viele Studenten noch kein Thema. Sie wollen ihr Leben genießen und erst einmal den Berufseinstieg schaffen. Doch wer mit der Vorsorge möglichst frühzeitig beginnt, hat es später leichter. Es lohnt sich beispielsweise, wenigstens einen kleinen Teil des Nebenjobgehalts in einer Rentenversicherung oder einem anderen Vorsorgeprodukt anzulegen und sich auch mit vermeintlich trockenen Themen wie Aktienkurs und Zinspolitik zu beschäftigen. Bestimmte Versicherungen – etwa die Berufsunfähigkeitsversicherung – gehören nicht in die ferne Zukunft, sondern in die Gegenwart. Die Gründe dafür erfahren Sie hier.

All diese Dinge mögen zunächst lästig erscheinen, doch sie machen das Leben später viel leichter. Und wer jährlich eine Steuererklärung macht, wird überrascht sein, wie viele Kosten sich steuerlich geltend machen lassen. Wer Beratung braucht – egal ob zu finanziellen oder studienbezogenen –, kann sich jederzeit an das Studentenwerk in Berlin wenden. Die Mitarbeiter dort finden für fast jedes Problem eine Lösung.

Bildrechte: Flickr Student CollegeDegrees360 CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

No related posts.


Kommentar schreiben.

*