Sich erwärmen für Fondue und Wein – im Ars Vini

Sich erwärmen für Fondue und Wein – im Ars Vini



Beim Fondue sitzen alle um den Topf, zelebrieren das Essen und haben Spaß – eine Esskultur, die Lars Kettenbeil schon bei den gemeinsamen Winterurlauben mit den Eltern in der Schweiz zu schätzen lernte. Das gesellige Beisammensitzen und eine familiäre Atmosphäre sollten an erster Stelle stehen, als er Berlins erstes Fondue-Restaurant eröffnete.

Eigentlich wollte der Restaurantinhaber mal etwas mit Sprachen machen: Nach dem Abitur am renommierten Collège Français schrieb er sich an der Universität für Englisch und Französisch ein. Doch nach einigen Semestern hatte er genug und reiste für ein Jahr um die Welt, verkostete Weine und knüpfte Kontakte zu Winzern.

Die Philosophie des guten Essens vermittelte ihm die Mutter. „Zuhause wurde viel gekocht und gebacken und schon als Kind habe ich gerne am Herd gestanden.“ Während der Schulzeit jobbte Lars Kettenbeil in einem Weinhaus und lernte, dass Wein durchaus eine Kunst ist. 2002 eröffnete er eine kleine Weinerei mit Feinkosttheke in Berlin-Mitte und zog ein Jahr später mit neuem Konzept zum Helmholtz-Kiez um.

„Am Anfang habe ich alles selbst gemacht und sogar im Restaurant geschlafen“, erinnert sich Lars. „Ich hatte meine Wohnung aufgegeben, um die Ladenmiete bezahlen zu können.“ Die ersten 20 Fondue-Sets mussten noch auf Raten gekauft werden. Nachts tüftelte er die Rezepte aus und ließ Freunde probieren. Eine Nachbarin half beim Kellnern. „Ich war damals ganz schön blauäugig“, lacht er. „An die meisten Genehmigungen und Konzessionen hatte ich nicht gedacht und beim Termin beim Bezirksamt, saß ich dann mit zittrigen Knien.“

„2006“, erzählt Lars, „bin ich wirklich angekommen im Kiez. Zu Beginn wurde ich ja noch kritisch beäugt. Aber wir waren eine Art privates Wohnzimmer, das jedem offen stand und es gab Filmabende, Lesungen oder Weinseminare.“ Vergessen wird Lars Kettenbeil das Jahr auch nicht, weil zur Weihnachtszeit der RBB seine Abendschau vom „Ars Vini“ aus sendete.

Das Konzept ging am Ende auf: Im September 2007 mietet Lars Kettenbeil ein zweites Restaurant in Berlin-Mitte und wegen der vielen Weihnachtsfeiern betreibt er heute in der Saison ein zusätzliches Catering-Objekt. Kein Wunder, dass ein drittes „Ars Vini“ geplant ist. Der Anspruch bleibt derselbe: „Essen als Kultur und soziales Miteinander“, sagt Lars, sei eine „grundlegende Erkenntnis meines Lebens“.

 
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Ars Vini II

 

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