dot.com vermisst hier niemand – 2 Jahre dot.Berlin




Berlin wird seit Jahren liebevoll als Silicon Allee bezeichnet und hat den Ruf der „kleinen Schwester“ des großen Silicon Valley in San Francisco. Kein Wunder, dass das einzigartige Start-up-Flair jährlich etliche Menschen in die deutsche Hauptstadt zieht. Damit Berlin im wahrsten Sinne des Wortes anziehend bleibt, überlegen sich Gründer und Unternehmer stets aufs Neue, wie man die Stadt für Besucher und Bewohner attraktiv gestalten kann. Seit nun etwa zwei Jahren sind viele kleine Firmen und Blogs unter der Hauptstadt-Domainendung .berlin am Start, die man hier registrieren lassen kann.

Ein Vorbild für die ganze Welt

Als Anfang 2014 von einer Domainendung speziell für die deutsche Hauptstadt berichtet wurde, kamen einige kritische Stimmen auf. Dann jedoch waren die ersten 1000 Top-Level-Domains (TLDs) verkauft und die Unkenrufe verstummt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Bei Webseiten mit der Berlin-Domain „.berlin“ steht außer Zweifel, auf welche Stadt sich das Angebot bezieht. Außerdem hat die Einführung von .berlin zur Folge, dass eine Vielzahl neuer Adressen frei wird und Webseitenbetreiber nicht mehr auf alternative Webadressen ausweichen müssen, weil ihre Wunschdomain bereits vergeben ist.

Da „.berlin“ auf einer Kooperation mit dem Land Berlin beruht, hat sich die Landesregierung vor etwa zwei Jahren Domains wie „.polizei.berlin“ gesichert, doch viele Tausende Domainnamen sind noch immer frei. Das macht die TLD vor allem für Start-ups und kleine Unternehmen, deren Wunschdomain unter .de oder .com nicht mehr verfügbar ist, attraktiv. Verantwortlich für die Einführung länder- und stadtspezifischer TLDs ist Dirk Krischenowski, Geschäftsführer von dotBERLIN GmbH & Co. KG, der seine Domainendung jedoch erst vor zwei Jahren erfolgreich hat durchbringen können. Unterzeichnet wurde der Vertrag zwischen der Betreibergesellschaft und der Regulierungsbehörde für Internetdomains (ICANN) in München.

Klassische Branchen in neuem Licht

Eine Berlin-Domain registrieren dürfen tatsächlich nur waschechte Berliner, in Berlin ansässige Unternehmen oder Leute, die nachweislich hier gelebt haben oder geboren sind. Das Prinzip ist, etwas von Berlinern für Berliner zu schaffen. Eines der Hauptaugenmerke der Gründung von dot.BERLIN war außerdem, klassische Branchen wieder aufleben zu lassen und für mehr regionalen Wettbewerb zu sorgen, zum Beispiel in Berufszweigen wie dem Handwerk. Berlin im Markennamen integriert zu haben, sticht hervor und signalisiert potenziellen Kunden auf einen Blick den Standort. Und auch in Städten wie Hamburg, Köln oder Bundesländern wie Bayern sind die Top-Level-Domains begehrt. Eine städte- oder länderspezifische TLD etabliert die jeweilige Stadt bzw. das jeweilige Land als Marke. Und vielleicht guckt sich der große Bruder Silicon Valley in San Francisco jetzt von der kleinen Schwester auch etwas ab.

Bildrechte: Flickr Brandenburg Gate Groman123 CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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