Die rappende Fashionwelt Deutschlands




Hip-Hop setzt bereits weltweit seit den 80ern Trends – auch in Sachen Fashion. Namhafte Modelinien wie Jay-Zs “Rocawear” oder P. Diddys “Sean John” setzten sich auf Dauer in der urbanen Fashionwelt fest. Und erst kürzlich wurde bekannt, dass der Rapper A$AP Rocky das Werbegesicht für Dior-Hommes Herbstkampagne wird.
Über das Verhältnis von Hip Hop und High Fashion gibt es sogar schon eine filmische Bestandsaufnahme namens “Fresh Dressed”. Höchste Zeit also, einmal zu schauen, wie es um die Verbindung von deutschem Hip-Hop und der Modewelt bestellt ist.

Facettenreichtum

Während Banger-Musik Labelboss Farid Bang bei einem Interview mit DefShop verriet, dass er eher Tank-Tops und Jogginghosen bevorzugt, kleidet sich Rapper Shindy lieber in teure Designerklamotten. Zwei Extreme, die für den facettenreichen Fashionmarkt im deutschen Hip-Hop stehen. Doch diese Vielfalt gibt es nicht seit jeher.

Von Stars vorgelebte Mode

Im Anfangsstadium des deutschen Rap ließ man sich von dem amerikanischem Kleidungsstil inspirieren. Man trug weite, bequeme Klamotten, Sneaker, Schmuck und Snapbacks – eben die typischen Klamotten eines Hip-Hoppers. Eigenkreationen und Styles waren zu der Zeit im deutschen Rap Mangelware. Man tastete sich an das neue Genre auch mittels der Imitation des Ami-Kleidungsstils heran.

Wandlung im Kleidungsstil

Den ersten Bruch mit den bisher üblicherweise getragenen Modemarken wie Karl Kani oder Ecko Unltd. gelang den Berliner Rappern Bushido und Fler. Um die Jahrhundertwende herum trugen sie öfter teurere Marken wie Carlo Colucci und Alpha Industries. Allmählich wuchs die Rap-Industrie in Deutschland und man begann, Merchandise an seine Fans zu vertreiben. Gegen 2010 fingen Rapper an, Mode mehr und mehr ins Rap-Business zu integrieren. Die mit Gold ausgezeichneten Rapper Kollegah und Farid Bang warben beispielsweise für die Streetwear-Marke Pusher Apparel und Fler betreibt seit einiger Zeit seine eigene Modemarke Maskulin.

Kommerzieller Erfolg

Mit Cro kam 2012 ein Rapper, der mit seinen Liedern die breite Masse erreicht hat. Die Kommerzialisierung der Subkultur ebnete den Weg für einen facettenreichen Hip-Hop-Mode-Markt. Es kam zu einer Fusion von dem altem Hip-Hop-Style mit Casual- sowie High-Fashion. Man löste sich von dem gängigen Kleidungsstil – der Streetwear-Look wandelte sich.

Modebewusstsein statt Abgrenzung

Heutzutage kann man einen Rap-Fan nicht mehr anhand seines Kleidungsstils erkennen. Im Laufe der letzten Jahre etablierten sich verschiedene Fashion Styles. Gute-Laune-Rapper Cro gründete sein Modelabel VIOVIO, das schon mit der US-amerikanischen Sneaker-Marke Kangaroos zusammengearbeitet hat. Die Kleidungsstücke mit verschiedenen Prints und Aufschriften schafften es sogar zu H&M. Azzlack-Gründer Haftbefehl hat ein Streetware-Label unter dem Namen Chabos IIVII geschaffen. Dieser Stil knüpft noch am ehesten an die alte Mode an, hat dennoch einen neuen zeitgemäßen Charakter. Inspiriert wurde die erste Chabos-Kollektion vom Film “La Haine”, der Einblicke in die Zustände und in die Jugendkultur der französischen Vorstädte liefert – besitzt also eine sozialkritische Konnotation. Im Unterschied zu den amerikanischen Rappern werben die Rapper oft nur für ihre eigene Marke statt auch für eine fremde. In diesem Punkt sind die Ami-Rapper den Deutschen also noch ein Stück voraus.

Bildrechte: Flickr A$AP Rocky Chad Cooper CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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