Das Ü30-Treffen der Autos




Bollenroute 2011

Im Alter wird man weiser: Das trifft zwar auf Menschen zu, jedoch nicht auf Autos – die gewinnen mit den Jahren an Charme. Natürlich nur, wenn sie einen Besitzer haben, der sie hegt und pflegt. Oldtimer begeistern Jung und Alt und einige Modelle haben interessante Geschichten zu erzählen.

Nicht jedes Auto, dass die 30 überschritten hat, ist automatisch ein Oldtimer. Laut der Definition von der FIVA – der Fédération Internationale des Véhicules Anciens – müssen folgende Kriterien erfüllt sein.

  • Es müssen mindestens 30 Jahre seit der Erstzulassung vergangen sein.
  • Das Automobil muss sich in einem historisch-korrekten Zustand befinden, das heißt kein Tuning oder andere Modernisierungen.
  • Die Nutzung darf nicht auf den alltäglichen Transport ausgerichtet sein.
  • Das Auto an sich wird wegen seines historischen Werts bewahrt.

In Deutschland kann man einen richtigen Oldtimer außerdem an dem H-Kennzeichen erkennen. Dieses Kennzeichen ermöglicht steuerliche Erleichterungen – außerdem ist die Versicherung in der Regel günstiger. Es gibt auch das 07-Kennzeichen, das speziell für Oldtimer gedacht ist, die nur bestimmte Fahrten unternehmen, wie diejenigen zu einer Oldtimer-Show.

Jedes Auto hat eine Geschichte

Das Spannende an Oldtimer Shows sind die Geschichten der Autos, die die Besitzer gerne erzählen. So darf ein Porsche 914 auf keiner Show fehlen. Dieses Modell wurde von 1969 bis 1974 von VW und Porsche in einer Kooperation gefertigt. VW suchte nach einem sportlichen Nachfolgemodell des Käfers und Porsche fehlte ein preiswertes Einstiegsmodell. Zu einer Kooperation kam es auch, weil die Familien miteinander verbunden waren: Die Tochter des damaligen VW-Chefs Heinrich Nordhoff war mit dem Neffen von Ferry Porsche verheiratet. So kam es, dass die Kooperation mit einem Handschlag besiegelt wurde. Als ein Prototyp vorgestellt wurde, war Nordhoof schwer erkrankt und verstarb wenig später. Sein Nachfolger bei VW erkannte die mündliche Vereinbarung nicht an – so war das Aus für den VW-Porsche bereits vor der Serienproduktion besiegelt. Die geringen Stückzahlen erklären, warum der Porsche 914 bei Verkaufsportalen immer noch einen so hohen Wert hat.

Ebenfalls wertvoll ist sind die BMW 503, der von 1956 bis 1965 in zwei Serien gefertigt wurde. Bereits zr damaligen Zeit war er ein echter Hingucker und mit ungefähr 30.000 Mark verhältnismäßig teuer. Deswegen wurde der Sportwagen nur von gut betuchten Personen besessen und so kommt es auch, dass die Stückzahl mit ein paar Hundert Stück sehr gering ausfällt.

In Berlin hat sich die Oldtimer Show als fester Termin etabliert. Vom 23. bis zum 25. Mai öffnet sie wieder ihre Pforten für alle Fans traditioneller Automobile – und mit ein bisschen Glück kann man einen Porsche 914 oder einen BMW 503 aus der Nähe betrachten.

Bildrechte: Flickr Bollenroute 2011 Marjolein CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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