Das Herz schlägt für Turnschuhe und Graffiti – im Overkill

Das Herz schlägt für Turnschuhe und Graffiti – im Overkill



Wenn zwei das gleiche mögen, kann man sich auch zusammen tun: 2003 eröffneten Robert Schultz und Thomas Peiser unter dem Namen „Overkill“ ein Sneaker-, Streetwear- und Graffitigeschäft am Schlesischen Tor.

Die Geschäftspartner begegneten sich 2001 im Berliner Nachtleben. Robert Schultz veranstaltete seit 1999 Clubabende und gehörte zu den umtriebigen Partymachern der Stadt. Thomas Peiser, in Kreuzberg aufgewachsen und seit 1988 Graffitiwriter, war Mitgründer des Graffitimagazins „Overkill“. „Auf einer meiner Partys haben wir uns kennen gelernt und schnell gemerkt, dass wir beide auf der gleichen Wellenlänge lagen“, erzählt Robert Schultz.
Zwei Jahre später saßen sie im Chicken-Imbiss am Görlitzer Park und sprachen über die Idee, ein Geschäft mit Sprühdosen und ausgesuchten Sneakern für die Graffitiszene zu eröffnen. Durch die Partys gab es erste Kontakte zu den Marketingabteilungen der Turnschuhfirmen. „Ein kleiner Laden hier im Kiez sollte es sein“, erinnert sich Robert. „Jeder von uns pumpte sich 5000 Euro von Oma und mit der Hilfe von Kumpels haben wir ihn renoviert und eingerichtet.“

Als die Kundschaft wuchs, reichte die Ladenfläche nicht mehr aus. Da die Wohnung direkt über dem Geschäft frei war, nutzten Thomas Peiser und Robert Schultz die Gelegenheit, um einen Laden zu schaffen, der mit internationalen Sneaker-Stores mithalten kann. „Wenn ein japanischer Sammler hier mit dem Taxi vorfährt, erwartet er einen extravaganten Shop wie er ihn aus Tokio, London oder New York kennt. Also haben wir Konzepte geschrieben und uns an die Streetwear-Firmen gewandt, um Sponsoren zu gewinnen, die den Umbau finanzieren“, sagt Robert Schultz. Ihre Kraft und Ausdauer wurde belohnt. Im Juni 2008 begannen die Bauarbeiten und im Oktober konnte mit einer großen Party die Wiedereröffnung gefeiert werden.

Im neuen „Overkill“ wird in der oberen Etage Streetwear in Alt-Berliner Wohnzimmer-Atmosphäre präsentiert und in der unteren stehen die Sneaker vor kaleidoskopartig verspiegelten Wänden, in Szene gesetzt wie Kunst. Neben den gängigen Turnschuhmodellen und limitierten Specialeditions finden sich auch Accessoires, Bücher und Magazine.

Trotz des äußeren Wandels bleibt der Laden in der Köpenicker Straße fest verankert in der Graffitiszene und im Kiez: Öfter gibt es Partys und Ausstellungen renommierter Streetart- und Graffitikünstler.

 
Fotogalerie
 
Weitere Links

Overkill Shop

 

Das könnte Sie auch interessieren:

  1. Berlin anders erfahren – mit Berlin on bike Eine nächtliche Tour durch Berlin ist nichts Ungewöhnliches. Eine nächtlich...
  2. Botschafterinnen italienischen Lebensstils – Dort, “wo die Zitronen blühen” Versteckt in der Senefelderstraße, in der Nähe vom Helmholtzplatz im...
  3. Raum für Kunst und Leben – ”Supalife” Am westlichen Ende der Raumerstraße in Prenzlauer Berg, mitten im...
  4. Sich erwärmen für Fondue und Wein – im Ars Vini Beim Fondue sitzen alle um den Topf, zelebrieren das Essen...
 

Keine Kommentare zulässig.