Berlins “Lost Places”: Pittoreske Attraktion für Touristen und Einheimische




Eingeweihte Fotografen und Hauptstadt-Insider kennen sie so gut wie kaum ein anderer: Die vergessenen Orte (“Lost Places”) in Berlin. Für einige sind die Abenteuerspielplätze für Erwachsene sogar anziehender als weltweit bekannte Sehenswürdigkeiten wie das Brandenburger Tor, der Fernsehturm oder der Reichtag. Offiziell dürfen die meisten Orte zwar nicht betreten werden, das hindert leidenschaftliche Knipser aber selten. An anderen Punkten finden jedoch auch spezielle Führungen für Hobbyfotografen und Interessierte statt. Im Folgenden eine kleine Auswahl beliebter “Lost Places” in Berlin:

  • Radarturm Berliner Teufelsberg
    Der Teufelsberg ist ein etwa 120 Meter hoher Trümmerberg, der sich inmitten des Grunewalds befindet und bis heute zu einer der höchsten Erhebungen Berlins zählt. Bereits in den 1950er-Jahren bauten die US-Streitkräfte einen Radarturm und begannen, den Teufelsberg als Abhöranlage zu nutzen. Nach der Wiedervereinigung begann das Gebäude langsam zu zerfallen. Heute ist es eines der bekanntesten “Lost Places” in ganz Deutschland. Regelmäßig finden hier am Wochenende Führungen für Entdecker und Fotografen statt. Fototourenorganisator Andreas Böttger liebt laut dem Spiegel-Magazin vor allem den Blick vom Teufelsberg und dass es sich dort “ein bisschen wie Urlaub” anfühlt. Am Fernsehturm oder Brandenburger Tor zu fotografieren finde er hingegen “langweilig”. Einige Bilder zeigen den Radarturm mit seinen mit Graffitis besprühten Planen. Die meisten Aufnahmen entstehen jedoch nicht vor, sondern im Radarturm, von wo aus sich wohl einer der schönsten Blicke auf Berlin eröffnet – Andreas Böttger hat also vollkommen Recht. Das hier entstandene Panoramabild kann man sich zum Beispiel bei Anbietern wie WhiteWall auf Großleinwand ausdrucken lassen und den Print dann an einer schönen Stelle im Wohnzimmer platzieren.

  • Beelitzer Heilstätten
    Fotograf Axel Hansmann hat 2013 einen Fotoband unter dem Namen “Verlorene Orte” veröffentlicht. Darin enthalten sind Bilder verlassener Orte wie von den Beelitzer Heilstätten. Genau hier begann auch seine große Leidenschaft für die Ruinenfotografie. Die Heilstätten waren von 1898 bis 1930 ein bekanntes Krankenhaus für Lungen und Tuberkulose-Kranke. Zwischenzeitlich diente es während des ersten Weltkriegs als Auffanglager für verwundete Soldaten. Während des zweiten Weltkriegs wurden die Beelitzer Heilstätten schließlich wieder zu einem Lazarett umfunktioniert. Zwischen 1945 bis 1994 beherbergte es das größte ausländische Militärkrankenhaus der russischen Armee. Was Fotografen wie Axel Hansmann heute vor allem an den etwa 50 Kilometer von Berlin entfernten Heilstätten fasziniert, ist der “Charme der Tristesse”.

  • Säuglings- und Kinderkrankenhaus Weißensee
    Das ehemalige Säuglings- und Kinderkrankenhaus in Weißensee wurde 1911 feierlich eingeweiht. Rundherum entstand während des 86-jährigen Betriebs bis zur Schließung 1997 sogar ein kleiner Park. Heute ist die Ruine vor allem bekannt für seine vielen Brandstiftungen. Die fünf das ehemalige Kinderkrankenhaus umgebenden Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Das Grundstück an sich ist überwuchert mit Pflanzen. Insgesamt ist es ein leichtes, sich Zutritt zur Ruine zu verschaffen. Mittlerweile blättert der Putz ab und im Netz kursieren jede Menge Geistergeschichten um das Gebäude. Gerade das macht den Reiz dieser Ruine für Fotografen aus. Unter anderem wurden hier auch Szenen für Filme wie “Der Pianist” oder “Operation Walküre” gedreht.

    Bildrechte: Flickr Beelitz-Heilstätten David~ CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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