Berliner Flughäfen




Wenn der neue Willy Brandt-Flughafen in Berlin eröffnet wird, muss Tegel weichen – so war zumindest der ursprüngliche Plan. Doch immer mehr Stimmen werden laut, den alten Flughafen nicht zu schließen, da er auch ein Wahrzeichen der deutschen Hauptstadt ist. Selbst Flughafenchef Hartmut Mehdorn hat noch große Pläne für Berlin Tegel.

Aus „Alt“ mach „Premium“:
Wann genau der neue Flughafen in Berlin eröffnet werden kann, ist ungewiss. Bisher wurde die offizielle Eröffnung viermal aufgrund von diversen Mängeln und Baumaßnahmen zur Nachbesserung verschoben. Wenn der neue Großflughafen allerdings irgendwann seine Tore öffnet, ist das auch das Ende des alten Flughafens Berlin Tegel. Denn ein halbes Jahr nach der Inbetriebnahme des Willy Brandt-Flughafens soll Tegel endgültig geschlossen werden. Der Chef der Flughafengesellschaft Harmut Mehdorn verkündete allerdings bereits im Sommer, dass er mit Berlin Tegel noch große Pläne hat. Statt den Flughafen – wie ursprünglich vorgesehen – dichtzumachen, will er ihn zu einem „Premium-Flughafen“ umwandeln, an dem dann pro Tag genauso viele Maschinen wie am neuen BER landen und abheben sollen. Das wären immerhin 42 Flugbewegungen, also würde alle 86 Sekunden ein Flieger bei dem neuen oder dem alten Flughafen abgefertigt werden. Allerdings wäre Berlin Tegel dann nicht mehr für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Denn nur Geschäftsflieger und VIP-Maschinen sollen in Tegel starten und landen dürfen. Dafür möchte Mehdorn lediglich die Terminals A und B des alten Großflughafens bis 2019 renovieren und aus ihnen Premium-Standorte machen. Die breite Maße an Billig- und Linienfliegern sollten aber wie geplant über den Willy Brandt-Flughafen abgefertigt werden.

Rückhalt für Mehdorn:
Dafür, dass der Flughafen Berlin Tegel länger geöffnet bleiben soll als bisher geplant, findet der Flughafenchef Zustimmung aus unterschiedlichen Reihen. Unter anderem hat sich der Verein „Tegel-bleibt-offen e.V.“ gegründet, der sich für einen unbefristeten Erhalt des alten Großflughafens einsetzt und mit Demonstrationen und Bürgerversammlungen dafür sorgen möchte, dass die Regierung ihre Entscheidung noch einmal überdenkt. Der Verein begründet sein Bestreben unter anderem damit, dass der Willy Brandt-Flughafen wesentlich kleiner wäre, als er es zum reibungslosen Bewältigen des heutigen Flugverkehrs über Berlin sein dürfte. Dadurch könnte es zu vielen Verspätungen bei der Abfertigung kommen, wodurch aufgrund der Fluggastrechte bei Verspätungen hohe Kosten für die Flughafengesellschaft entstehen würden. Darüber hinaus wird die gute Verkehrsanbindung von Tegel immer wieder erwähnt, die auch bereits für Hartmut Mehdorn ein Argument zur Erhaltung des Flughafens war.
Darüber hinaus scheinen aber auch die Verantwortlichen des momentanen BER selbst sich auf eine längere Inbetriebnahme des Flughafens einzustellen. Zuletzt investierte die Flughafengesellschaft FBB 17,5 Millionen in die Renovierung von Berlin Tegel, um die Qualität und Leistung für die Passagiere zu verbessern. Solche Aktionen stärken nur die Ansicht, dass Berlin Tegel auch nach 2015 – dem derzeit frühst möglichen Eröffnungszeitpunkt des neuen Großflughafens – aktiv weiter benutzt und eventuell sogar zu einem „Premium-Flughafen“ nach Mehdorns Vorstellungen umfunktioniert werden könnte.

Quellen:

http://www.tagesspiegel.de/berlin/ber/mehdorn-will-premiumstandort-neben-ber-flughafen-tegel-soll-unbefristet-offen-bleiben-/8413358.html

http://www.tegel-bleibt-offen.de/gr%C3%BCnde-f%C3%BCr-den-erhalt-vom-flughafen-berlin-tegel/33-gruende-fuer-den-erhalt-des-flughafens-berlin-tegel.html

http://www.berliner-zeitung.de/hauptstadtflughafen/berliner-flughaefen-tegel-kann-bis-2015-offen-bleiben,11546166,24636624.html

Bildquelle:
Peter Freitag / pixelio.de

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