Berlin auf letztem Platz beim Ranking für Online-Modeeinkäufen

Berlin auf letztem Platz beim Ranking für Online-Modeeinkäufen




Berlin ist nicht mehr die Hauptstadt der Online-Shopper. Laut einer Erhebung des Payment-Dienstes Klarna für den Zeitraum von April 2013 bis April 2014 sind die Münchener die Spitzenreiter beim Online-Kauf von Modeartikeln. Danach folgen die Stuttgarter und Kölner. Doch ausgerechnet das niemals schlafende Berlin belegt nur den 10. Platz. Dabei war Berlin im August 2013 noch auf dem vordersten Platz und deutschlandweit die Stadt, in der die meisten Modekäufe online erledigt wurden. München landete in dem Ranking 2013 nur auf dem dritten Platz, Hamburg auf dem zweiten.

Wie konnte Berlin im Ranking also so sinken? Eine mögliche Erklärung für den Rückgang der Online-Käufe bietet die Entwicklung Berlins zum Anziehungspunkt für die Modebranche. Seit 2007 treffen sich Modeinteressierte in Berlin auf der Mercedes-Benz Fashion Week, und die Hauptstadt hat sich zu einem der wichtigsten Standorte der Modewelt entwickelt. Mit dem Einzug neuer Designbüros von Porsche Design, Otto Group („Edited“) und Zalando („Z-Labels“) erlebte Berlins Modeszene ein strukturelles Wachstum. Zudem boomen auch die die Boutiquen von Berliner Designern – beispielsweise der „berlinerklamotten Shop“ oder „Nix Berlin“. Zwischen 600 bis 800 Mode-Labels soll es in Berlin geben. Der Gesamtumsatz der Modebranche in Berlin liegt bei fast 2,5 Milliarden Euro.

Da die meisten Modemarken auch ein Geschäft vor Ort haben, machen viele Berliner lieber einen Einkaufsbummel statt im Internet shoppen zu gehen. Hinzu kommen zahlreiche neue Einkaufstempel. Mit dem Einkaufszentrum „Bikini Berlin“ am Zoologischen Garten und der „Mall of Berlin“ am Leipziger Platz wurden Berlins Shopping-Meilen nochmal um zwei Adressen reicher. Die „Mall of Berlin“ ist Berlins 65. Shopping-Center. Und jedes Wochenende sind diese Zentren proppenvoll. Das neue Bikini-Berlin zieht täglich rund 20.000 Besucher an. Im Vergleich zu den Besucherzahlen anderer Center ist das nicht einmal viel. So strömen in die Potsdamer Platz Arkaden täglich 70.000 Besucher.

Berliner sind aber trotz der abnehmenden Online-Bestellungen sehr internet-affin, was den Kleidungskauf betrifft. Wie eine Umfrage des Verbraucherportals Marktjagd ergeben hat, sind Berliner sogar diejenigen, welche sich im Netz besonders genau informieren und am häufigsten Online-Recherchen anstellen. Gekauft wird dann aber meist offline vor Ort. Berliner gehören zu den Schnäppchenjägern und kaufen generell gerne preisewert ein. Den Einkauf im Netz ziehen sie nur vor, wenn die Angebote günstiger als im Laden sind. Als beliebteste Modeketten in Berlin gelten H&M, Zara, Mango und Primark.

Berlinern kann man das Online-Shoppen mit Schnäppchen versüßen. So sind sie zum Beispiel gewohnt, in Drogeriemärkten oder Supermärkten, in Cafes und gar beim Friseur Treuepunkte zu sammeln. Mit Mehrere-Sachen-zum-Preis-von-einem-Aktionen lassen sie sich ebenfalls ködern. Auch Gutscheine für Onlineshops, wie sie gutscheinsammler.de anbietet, stehen hoch im Kurs. So können Mode-Shops Berliner Kunden anlocken, insbesondere wenn es Prozente auf populäre Marken gibt.

Bildrechte: Flickr Alexa Shopping Mall Alexandre Delbos CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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