Arbeiten in Berlin – im Mittelstand durchstarten




Wer in Berlin nach Jobs sucht, der sollte vor allem auf den Mittelstand setzen. Hierfür gibt es eine Reihe von Gründen. Diese haben im Fall der deutschen Hauptstadt auch viel mit der deutschen Geschichte zu tun. Denn ihre heutige Größe verdankt die Stadt vor allem der früher hier beheimateten Industrie. Die großen Zeiten von Siemens, Borsig und Schering neigten sich allerdings bereits im Laufe des Ersten Weltkriegs dem Ende zu, als immer mehr Fachkräfte an die verschiedenen Fronten abberufen wurden. Die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs und die anschließende Teilung Deutschlands mit der damit einhergehenden Insellage West-Berlins führten dann zu einer endgültigen Verschiebung der wirtschaftlichen Gewichte.

Fehlanzeige bei großen Namen mit vielen Beschäftigten

Da sich die großen früher in Berlin ansässigen Firmen nach dem Zweiten Weltkrieg neue Hauptsitze gesucht hatten, sind die großen Arbeitgeber der Hauptstadt entweder fest in öffentlicher Hand oder entstammen dieser zumindest. An Nummer eins steht hier die Deutsche Bahn gefolgt von der Charité, dem Vivantes-Netzwerk für Gesundheit und den Berliner Verkehrsbetrieben. Erst auf Platz fünf folgt Siemens mit immerhin 12.000 Beschäftigten. Dann folgen Deutsche Post sowie Deutsche Telekom und das war es dann auch schon mit Arbeitgebern in Berlin, die mehr als 10.000 Angestellte beschäftigen. Insofern gilt die Maxime, dass sich das Gros der zur Verfügung stehenden Jobs im Mittelstand befindet im Falle Berlins in besonderer Weise.

Seit der Wiedervereinigung geht es stetig aufwärts

Während es im vergangenen Vierteljahrhundert seit der Wende keine großen Konzerne nach Berlin gezogen hat, lässt sich andererseits feststellen, dass der Mittelstand in der deutschen Hauptstadt sich in diesem Zeitraum mangels Konkurrenzdruck von oben vielfach durchaus positiv entwickelt hat. Hierbei spielt nicht zuletzt der Umstand eine Rolle, dass die Berliner Luft in besonderer Weise geeignet scheint, Kreative in ihren Bann zu schlagen. Denn während andere deutsche Großstädte wie Hamburg, München, Köln, Frankfurt oder auch Stuttgart eine strukturkonservative Grundausrichtung haben und verfolgen, ist die Entwicklung Berlins noch in vollem Gange. Außerdem führt die schiere Größe der Stadt zu einem völlig anderen Gefühl von Urbanität, als dies in anderen Großstädten Deutschlands der Fall ist, deren Lebensgefühl und Prägung oft beinahe kleinstädtische Grundzüge aufweist. Entsprechend viele Startups entscheiden sich daher für eine Neugründung gezielt für die Bundeshauptstadt.

Berlins Statistik kann sich sehen lassen

In 2016 sind innerhalb Berlins etwas mehr als 1,8 Millionen Menschen beschäftigt. Dies bedeutet eine Steigerung gegenüber 2014 von zwei Prozent und damit den deutschen Spitzenwert. In Bayern lag die Zunahme lediglich bei 1,2 Prozent, in Hessen bei 1,0 Prozent und für Schlusslicht Sachsen-Anhalt kam es sogar zu einem Beschäftigungsrückgang von 0,7 Prozent. Da in Berlin die Quote des produzierenden Gewerbes weiterhin unterhalb der 15 Prozent Marke verharrt, sind es vor allem Dienstleister des Mittelstands, die diesen Boom vorantreiben und für neue Jobs sorgen.

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